Hallo zusammen,
tja, vielleicht blöd, aber meine Vorstellung ist gleich auch wieder ein Abschied.
Leider ist mein Ausflug zu Sabayon nach zwei Wochen wieder beendet. So einfach deinstallieren und verschwinden wollte ich auch nicht, sondern noch ein kurzes Feedback geben.
Umgestiegen bin ich von Fedora. Nicht aus einem bestimmten Grund, sondern aus Neugier, mal was anderes - rolling release - zu probieren. Insbesondere gefallen hat mir der Block auf der Sabayon-Homepage
We aim to deliver the best "out of the box" user experience by providing the latest open source technologies in an elegant format.
In Sabayon everything should just work. We offer a bleeding edge operating system that is both stable and reliable.
Am Anfang lief's auch gut. Installation sauber, sämtliche Hardware erkannt. Prima.
Auch viele Anpassungen, die ich sonst immer bei KDE vorgenommen habe (Erscheinungsbild Desktop, etc.) waren bei Sabayon schon so wie ich es auch getan hätte.
Ein erstes Eingreifen war bei den Repos notwendig. Sabayon-weekly war nicht vorhanden. Also ins Wiki geschaut und nachgetragen. Kein Problem.
Ein bisschen komisch fand ich die Texte in Entropy (und alles drumherum). "Srsly", "cool". "weiß nicht, Mann". Macht irgendwie einen kindischen, unreifen Eindruck.
Die Ausrichtung der Texte ist tatsächlich so gewollt. Abweichende Übersetzungen sind nicht gewünscht.
Aber naja, in meinem fortgeschrittenen Alter von 33 gehöre ich vielleicht auch nicht mehr zur Zielgruppe.
Kann man mit leben wenn sonst alles passt.
Viele Anwendungen, die ich gerne nutze, waren auch schon installiert. Fand ich auch schön. Out of the box halt.
Dann aber wollte ich VirtualBox und Eclipse installieren. Überrascht war ich, dass Eclipse als populäre IDE überhaupt nicht in der Paketverwaltung zu finden war. -> Wiki -> wird nicht mehr als Paket geboten, man soll die Version von der Homepage nehmen und installieren.
Ok, kriege ich noch hin.
Das alleine wäre es aber nicht. Auch Startmenüeinträge wollen gesetzt werden. Das war schon nicht mehr so out of the box.
Richtig problematisch wurde erst die Installation von Virtualbox. Das ließ sich nach der Installation über Rigo gar nicht starten. -> Wiki -> Dort stand, dass die Installation von VirtualBox auch gleich ein Kernelupdate mit sich bringt. Man solle vor der Installation unbedingt einen Artikel dazu lesen.
Aha, vorher. Für mich zu spät.
Also gut, dann halt noch mittels Kernelswitcher ein richtiges Kernelupgrade fahren. Man will ja ein sauberes, stabiles System haben.
Dieses hat dann dazu geführt, dass meine Tastatur nicht mehr ging. Bei einem verschlüsselten LVM kommt man damit nicht sehr weit.
Das Tastaturproblem hing mit einem Kernelbug zusammen, das nach ein paar Tagen auch gelöst werden konnte. VirtualBox lief danach aber immer noch nicht. Nicht gerade die OOTB-Erfahrung, die ich mir erhofft hatte.
Alles in allem sind das Kleinigkeiten, die mich gestört haben. Alle behebbar. Gerade bei dem Tastaturproblem habe ich sehr schnell Unterstützung im Forum bekommen (nochmal Danke, lxnay).
Nichtsdestotrotz musste ich in den zwei Wochen mehr basteln als davor mit Fedora in einem halben Jahr. Meine Erfahrungen mit Sabayon passen also nicht zu den obigen Aussagen auf der Sabayon Homepage.
Aber ich will mich nicht beschweren. Mir wurde hier ein kostenloses Mahl angeboten, das aber leider nicht nach meinem Geschmack war. Ich sage nicht, dass Sabayon schlecht ist. Mir schmecken andere Sachen einfach nur besser. Oder ich bin einfach nur zu bequem/faul.
Im übrigen bin ich wieder zu Fedora zurückgekehrt. Dort gibt es auch KDE 4.10. Und den Kernel 3.8. Und Eclipse. Und VirtualBox ohne Anpassungen.
In diesem Sinne, macht's gut.
Rochambeau